Zum Inhalt springen

Website erstellen lassen oder selber machen?

15.10.2026·6 Min. Lesezeit·von David Paci

Website selber machen oder machen lassen

Bild KI-generiert

Für eine einfache Website, die dein Unternehmen vorstellt und Kontaktdaten bereithält, reicht ein Homepage-Baukasten oft völlig aus – vorausgesetzt, du hast intern jemanden, der die Inhalte erstellt und pflegt. Die Zusammenarbeit mit einer Agentur lohnt sich hingegen dann, wenn deine Website gezielt Anfragen generieren soll, spezielle Funktionen benötigt werden oder dir schlicht die Zeit für den Aufbau und die laufende Betreuung fehlt.

Egal für welchen Weg du dich entscheidest: Vor dem Design kommt die Struktur. Inhalte müssen sauber erarbeitet und logisch gegliedert werden. Ein oft unterschätzter Punkt ist zudem die spätere Übertragbarkeit. Bei vielen Baukästen lassen sich Texte und Bilder zwar exportieren, das fertige Seitenlayout und die Struktur sind jedoch an den Anbieter gebunden.

Was der Baukasten übernimmt – und was dich das „Selbermachen“ wirklich kostet

Ein Homepage-Baukasten liefert dir Gestaltungsvorlagen (Templates) und einen Editor. Im Gegenzug für eine laufende Gebühr kümmert sich der Anbieter um das Hosting und die Software-Updates. Bevor du dich jedoch bindest, solltest du prüfen, ob dein Wunschtarif die Nutzung einer eigenen Domain überhaupt erlaubt.

Für Unternehmen, die ihre Kunden hauptsächlich über Empfehlungen gewinnen, genügen oft wenige Seiten mit Leistungsübersicht und Kontaktmöglichkeiten. Doch Vorsicht: Die Arbeit macht sich nicht von selbst. Du brauchst intern jemanden, der verständliche Texte schreibt, passende Bilder mit geklärten Nutzungsrechten auswählt und entscheidet, wie die Informationen angeordnet werden.

Viele Baukasten-Anbieter werben mittlerweile mit KI-Assistenten, die aus einer kurzen Unternehmensbeschreibung automatisch einen ersten Website-Entwurf erstellen. Ein Blick in die Nutzungsbedingungen der Plattformen zeigt jedoch schnell, dass Nutzer verpflichtet sind, alle KI-generierten Inhalte vor der Veröffentlichung genau zu prüfen. Die Verantwortung für korrekte Leistungsbeschreibungen und rechtliche Angaben bleibt also zu 100 % bei dir.

Ein eigenständiges Redaktionssystem (CMS) gibt dir deutlich mehr Kontrolle. Allerdings musst du dich dann selbst um Hosting, Updates und Sicherungen kümmern – oder einen Dienstleister damit beauftragen. Unser Ansatz: Wir empfehlen Baukästen, wenn sie für dein Ziel ausreichen, entwickeln aber individuelle Lösungen, sobald besondere Anforderungen ins Spiel kommen. Mehr zu unserer Philosophie erfährst du unter Über uns.

Websites für Anfragen: Warum Struktur und SEO wichtiger sind als Optik

Soll deine Website neue Kunden gewinnen, muss sie Besucher logisch und nachvollziehbar von ihrem Problem zu deiner Lösung führen. Unterschiedliche Angebote erklärst du am besten auf separaten, spezifischen Unterseiten statt in einem unübersichtlichen Sammeltext. Das stellt klare Anforderungen an die Menüführung und die Platzierung von Kontaktmöglichkeiten (Call-to-Action).

Eine Agentur entwickelt diese strategische Struktur und setzt sie technisch sauber um. Denn für die Auffindbarkeit in Suchmaschinen (SEO) sind nicht nur klare Texte, sondern auch logische Überschriften und optimierte Seitenadressen (URLs) entscheidend. Mit einem flexiblen CMS kannst du diese Inhalte später bequem selbst anpassen. Wer sich um Hosting und Wartung kümmert, wird vertraglich geregelt, während das fachliche Know-how und die inhaltlichen Freigaben weiterhin aus deinem Unternehmen kommen. Wie wir dabei vorgehen, liest du unter Webdesign und Websites.

Sobald Mehrsprachigkeit, Buchungssysteme oder die Anbindung an interne Software gefragt sind, stößt ein Baukasten schnell an seine Grenzen. Individuelle Prozesse und komplexe Geschäftslogiken sind ein Fall für professionelle Web-Anwendungsentwicklung.

Die klassische Aufgabenteilung im Überblick:

AufgabeMit dem BaukastenMit einer Agentur
Hosting und UpdatesDer Anbieter betreibt die PlattformZuständigkeit wird vertraglich vereinbart
GestaltungVorlage auswählen und selbst anpassenIndividuelles Design wird im Projekt entwickelt
SeitenaufbauNavigation und Seitenstruktur selbst festlegenStruktur und Seitentypen werden strategisch geplant
Texte und BilderSelbst erstellen, einpflegen und aktualisierenLiefern, freigeben oder die Erstellung beauftragen
Rechtliche AngabenSelbst erstellen und aktuell haltenAngaben liefern, Agentur übernimmt die Einbindung
Eigene FunktionenAuf verfügbare Standard-Erweiterungen beschränktMaßgeschneiderte Umsetzung nach deinen Anforderungen
Spätere ÄnderungenIm Editor selbst vornehmenBequem im CMS oder direkt durch die Agentur
AnbieterwechselExportmöglichkeiten oft stark eingeschränktZugänge und Übergabe sind vertraglich klar geregelt

Wenn du Baukasten-Tarife mit Agentur-Angeboten vergleichst, stellst du also völlig unterschiedliche Leistungsumfänge gegenüber. Welche Faktoren den Preis eines Web-Projekts wirklich bestimmen, erklären wir in unserem Beitrag über die Kosten der Website-Erstellung.

Anbieterwechsel: Was lässt sich übertragen und was geht verloren?

Spätestens beim Wunsch nach einem Wechsel zeigt sich der sogenannte „Lock-in-Effekt“ vieler Baukästen. Zwar kannst du Texte und Bilder meist behalten, das Design und der Aufbau der Seiten müssen auf einer neuen Plattform jedoch komplett neu entwickelt werden.

Bei den meisten geschlossenen SaaS-Baukästen muss die dort erstellte Website zwingend auf den Servern des jeweiligen Anbieters verbleiben. Die Inhalte gehören zwar dir und deine Domain lässt sich unabhängig verwalten – ein vollständiger Umzug der funktionsfähigen Website auf einen fremden Server ist technisch jedoch schlichtweg nicht vorgesehen.

Bei manchen Anbietern lassen sich zumindest Teile exportieren. Laut „Export your site content“ von Squarespace können beispielsweise Text- und Bildblöcke sowie Blogbeiträge in ein WordPress-kompatibles Format übertragen werden. Shop-Systeme, Portfolios oder Design-Einstellungen bleiben jedoch auf der Strecke. Der Aufwand für einen Neuaufbau hängt also stark davon ab, welche Funktionen du genutzt hast. Ähnliche Einschränkungen gelten für nahezu alle gängigen Baukastensysteme.

Arbeitest du mit einer Agentur, regelt der Vertrag die spätere Übergabe. Wichtig: Die Domain sollte immer auf dein Unternehmen registriert sein. Sämtliche Zugänge und technischen Rechte gehören in die Übergabevereinbarung. Bevor eine bestehende Website abgelöst wird, raten wir zudem immer zu einer professionellen Bestandsaufnahme der bestehenden Seiten und URLs, damit keine wertvollen Rankings verloren gehen.

Rechtliche Pflichten: Was du selbst verantworten musst

Egal ob Baukasten oder Agentur: Die technische Einbindung von Impressum und Datenschutz ist das eine, die inhaltliche Verantwortung das andere. Welche rechtlichen Angaben zwingend erforderlich sind, hängt von deinem Unternehmen und den genutzten Website-Funktionen ab. Haftbar ist am Ende immer der Betreiber der Seite – also du.

Für österreichische Unternehmen fasst die Wirtschaftskammer die Vorgaben in den „Informationspflichten nach dem E-Commerce-Gesetz (ECG)“ gut zusammen. Gemäß § 5 ECG müssen Firmenname, Anschrift und Kontaktdaten leicht auffindbar sein. Je nach Branche kommen Firmenbuchdaten, Aufsichtsbehörden oder berufsrechtliche Details hinzu. Zudem greift die Offenlegungspflicht nach § 25 Mediengesetz.

Sobald du ein Kontaktformular nutzt, erhebst du personenbezogene Daten. Die nötigen Informationspflichten regelt Art. 13 DSGVO. Geht es um technisch nicht zwingend erforderliche Cookies oder Tracking-Tools, schreibt § 165 Abs. 3 TKG 2021 eine aktive, vorherige Einwilligung (Consent) vor. Ob deine Tools darunterfallen, muss im Einzelfall rechtlich geprüft werden. Die WKO bietet hierfür nützliche Muster für das Impressum an.

Baukasten oder Agentur: Die Entscheidungshilfe

Ein Baukasten ist ideal für kleine, einfache Informationsseiten, die du komplett in Eigenregie betreuen möchtest. Geht es jedoch um messbare Kundengewinnung, ein professionelles Image und maßgeschneiderte Funktionen, ist eine Agentur die bessere Wahl. Zudem solltest du immer schon an morgen denken und einen möglichen Systemwechsel einkalkulieren.

Diese 5 Schritte helfen dir bei der Entscheidung:

  1. Definiere klar, welche Unterseiten, Sprachen und technischen Funktionen du jetzt und in Zukunft brauchst.
  2. Prüfe in der Baukasten-Hilfe, ob diese Funktionen abgedeckt sind und was sich später exportieren lässt.
  3. Lege fest, wer im Unternehmen Texte schreibt, Bilder organisiert und die Website aktuell hält.
  4. Kläre, wer sich um die rechtliche Absicherung (Impressum, Datenschutz, Cookie-Banner) kümmert.
  5. Stelle sicher, dass die Domain auf dich registriert ist und du alle Admin-Zugänge besitzt.

Egal ob du mit einem Baukastenanbieter oder einer Agentur sprichst, stelle immer diese eine entscheidende Frage:

Welche Inhalte, Zugänge und technischen Bestandteile kann mein Unternehmen bei einem späteren Wechsel übernehmen?

Eine seriöse Antwort beinhaltet konkrete Aussagen zu Export-Formaten, zur Domainverwaltung und zur Datenübergabe. So weißt du genau, was bei einem zukünftigen Relaunch auf dich zukommt.

Häufige Fragen

Reicht ein Homepage-Baukasten für einen kleinen Betrieb?

Ja, für eine reine Online-Visitenkarte mit Leistungsübersicht und Kontaktdaten ist ein Baukasten oft völlig ausreichend. Du brauchst jedoch zwingend eine Person im Unternehmen, die sich um Texte, Bilder und die laufende Pflege kümmert.

Kann ich meine selbst erstellte Website später zu einem anderen Anbieter mitnehmen?

Das ist meistens schwierig und hängt stark vom Baukasten ab. Bei den meisten Plattformen bleibt die Website zwingend an deren Infrastruktur gebunden. Einige Anbieter erlauben immerhin den Export bestimmter Text- und Blogformate. Design, Layout und Menüstrukturen musst du bei einem Wechsel aber in der Regel komplett neu aufbauen.

Was muss ich bei einer beauftragten Website (Agentur) selbst erledigen?

Deine wichtigste Aufgabe ist das fachliche Know-how: Du lieferst oder prüfst die inhaltlichen Angaben und entscheidest über die Zielsetzung der Seite. Auch die rechtliche Verantwortung (Impressum, Datenschutz) bleibt bei dir. Die Agentur übernimmt die Strategie, das Design, die Technik und – je nach Vereinbarung – die laufende Wartung.

Du bist unsicher, welcher Weg für dein Unternehmen der beste ist und welche Aufgaben konkret auf dich zukommen? Sprich mit uns – wir beraten dich gerne.

Fragen zu deinem Projekt?

Erzähl uns, woran du arbeitest. Wir schauen es uns an und melden uns.